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Mit Detailtreue und flüssigem Gestus

ReviewSAUL FÜR SILBERLINGE
Die K&K Verlagsanstalt hat es sich in ihrer CD-Edition 'Kloster Maulbronn' zu Aufgabe gemacht, herausragende Konzertereignisse bei den weithin ausstrahlenden Klosterkonzerten, die alljährlich an diesem historischen Ort stattfinden, auf Tonträger zu dokumentieren. Nun liegen zwei neue Einspielungen vor. Sie bringen aus dem vergangenen Jahr die Mitschnitte eines Konzerts vom 27. Mai mit dem Wolfgang Bauer Consort, das in überaus frischen und virtuosen Wiedergaben Werke von Bach, Torelli, Stradella und Bernhard Krol musiziert, und eines vom 14. September mit der von Pawel Przytocki dirigierten Capella Istropolitana, bei dem der Pianist Christoph Soldan zwei Klavierkonzerte von Mozart (G-Dur und A-Dur) spielt. Auch dieser klangtechnisch sehr gut gelungene Mitschnitt dokumentiert ein lebendiges und impulsives Musizieren.
Am Wochenende wurde das Abschlusskonzert der diesjährigen Klosterkonzerte Maulbronn in der Klosterkirche aufgezeichnet. Jürgen Budday, künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte, setzte mit dem 'Saul' einen Zyklus mit den großen Händel-Oratorien fort. Es war der siebte Teil der Reihe, aus der 'Jephtha', 'Samson' und 'Judas Maccabäus' in der 'Edition Kloster Maulbronn' auf CD vorliegen.
Jürgen Buddays Einstudierung setzte interpretatorisch die eindrucksvolle Linie der Maulbronner Händel-Konzerte fort. Der Maulbronner Kammerchor bewährte sich erneut als transparent im Klang und klar in der Diktion agierendes Ensemble, das mit Sicherheit und Homogenität seinen Part bewältigte. Insbesondere in den Klagechören des dritten Aktes gelang hoch expressive und weit ausschwingende Darstellung.
Zum ersten Mal übernahm die Hannoversche Hofkapelle in Maulbronn den Orchesterpart: ein eminent virtuos und ausgeglichen musizierender Klangkörper, der erste Musiker der europäischen Alte-Musik-Szene vereint.
Beste Voraussetzungen für eine durch ihre schlüssige Formdisposition und ihr überlegtes Maß einnehmende Wiedergabe, die ohne Exzentrik Händels Musik mit Detailtreue und flüssigem Gestus zu ihren Recht kommen ließ. Insbesondere die lyrischen Momente machten große Wirkung.
Es war auch in diesem Jahr wieder gelungen, 'Stars' im Barockgesang in die historische Klosteranlage zu holen. Stephen Varcoe sang dabei einen hoch kultivierten König Saul und ließ die rasenden Affekte des neiderfüllten Königs ganz aus Händels Tönen und eben nicht aus quasi theatralischer Attitüde zur Geltung kommen. Michael Chance faszinierte einmal mehr als Barockstilist von Gnaden in den Gesängen des Davids. Nancy Argenta gab der Partie der Michal durch die ausgefeilte Art und scheinbare schwerelose Leichtigkeit ihres Singens eine überaus anmutige Gestalt, während Laurie Reviol als Merab durch die rhythmische Impulsivität und schillernde Beweglichkeit ihres Gesang Akzente setzte. Der Tenor Mark LeBrocq machte als Jonathan durch die geglückte Verbindung von stimmlichem Wohllaut und Beredsamkeit im Ausdruck auf sich aufmerksam.
Dr. Karl Georg Berg, DIE RHEINPFALZ

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