Franz Vorraber & Peter Härtling · Sätze von Liebe

EUR 9,98
Franz Vorraber & Peter Härtling
Sätze von Liebe

Ein literarisch-musikalischer Abend
mit Texten von und mit Peter Härtling
und Werken für Klavier von und mit Franz Vorraber
Ersteinspielung
Franz Vorraber ~ Kompositionen & Konzertflügel
Peter Härtling ~ Lyrik & Sprache
Konzertflügel: Bösendorfer D 275 (Nr. 44414-149)
Die Dokumentation einer Aufführung in der Aula des
Franziskanergymnasiums Grosskrotzenburg vom 26. August 2012

HD-Aufnahme · DDD · Spielzeit: ca. 70 Minuten
Digitales Album · 40 Tracks

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Werk(e) & Aufführung

Z

um 75sten Geburtstag von Peter Härtling erschien bei dtv eine Auswahl seiner Gedichte, die eine Zeitspanne von einem halben Jahrhundert umfassen. Neben allen preisgekrönten Romanen, Erzählungen und Kinderbüchern, die Peter Härtling seither geschrieben hat, war er immer auch als Lyriker prägend. "Sätze von Liebe" versammelt Gedichte aus allen Schaffensperioden Peter Härtlings und gibt so einen inspirierenden Einblick in sein umfangreiches lyrisches Werk.
Die Zusammenarbeit mit dem Pianisten Franz Vorraber besteht seit fünf Jahren. Die großen Romanbiographien von Schumann, Schubert, Mozart und Hölderlin haben sie zusammen in literarisch-musikalischen Abenden präsentiert. Der Hölderlin-Abend am 15. April 2007 im Schloss Bad Homburg, der den Beginn der Zuammenarbeit beider Künstler markiert, wurde von Josef-Stefan Kindler & Andreas Otto Grimminger (K&K Verlagsanstalt) dokumentiert und auf einer Doppel-CD veröffentlicht (Katalog-Nr: KuK 04).
Das Programm mit "Sätze von Liebe" wurde im Rahmen der hier dokumentierten Aufführung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Franz Vorraber spielt zu den Gedichten von Peter Härtling eigene Werke, die er zu den jeweiligen Gedichten komponiert hat. Es handelt sich um einen Zyklus von zwölf Werken, die ebenfalls am 26.08.2012 uraufgeführt wurden. Zusammen mit den Gedichten soll damit eine Einheit von Wort und Musik gefunden werden.
Ein kapriziös charmantes Stück im Walzerrythmus eröffnet den Abend ("Zwei"). Im weiteren Verlauf verstärkt ein Frage-Antwort-Spiel zwischen Ober- und Baßstimme die Sprunghaftigkeit. Aus dem zweitaktigen Quarten-Quint-Motiv entsteht im Mittelteil durch die Verwendung pointierter Einwürfe ein agressiverer Charakter. Dessen Aktivität wird durch die Rhythmusverschiebung bis zu einem Basstremolo gesteigert. Danach erscheint eine Synthese beider Charaktere, die entspannt langsam verschwindet.
Im zweiten Stück "Spaziergang" (Nr. 5) wandert eine nach oben schreitende Bassfigur aus vier Tönen, deren zweiter Ton immer um eine None höher wird, durch die Klaviatur nach oben. Eine zweite Figur antwortet in der Gegenrichtung. Diese beiden Figuren bilden als eine Art "Walking Bass", die Grundlage des zweiten Stückes. Wie in einer kleinen Passacaglia entstehen über diese Linie immer stärker rhythmisch improvisatorische Varianten, die schließlich mit einem langen Ton einfach verklingen.
"Ein Gedanke" (Nr. 10) nutzt den Pedalklang des Klaviers. Der Ton a wird über den ganzen Klangraum wie eine Glocke angeschlagen. Eine einfache Melodie schreitet schrittweise abwärts. Durch die mehrfache Verwendung der Quart und den langsamen Duktus des Stückes entsteht ein meditativ schöner und einfacher Charakter, der am Schluss mit einem Motiv endet, welches in "Erinnerung" aufgegriffen wird.
Die Nr. 15 ("Ein Spiel") ähnelt einem kindlichen Spiel, das sich an falschen Noten, unerwarteten Betonungen und kecken Vorschlägen erfreut.
Die Harmonik und der vorherrschende Quintenklang dominieren das Stück "Fremde Welt" (Nr. 19). Im Verlauf werden die Harmonik und die einzelnen Stimmen immer dichter geführt, und das Stück endet schließlich in verschiedenen Quintschichtungen im vollen Fortissimo.
Das letzte Stück des ersten Abschnitts von 6 Stücken mit dem Titel "Metamorphose" (Nr. 24) führt das Prinzip der harmonischen Schichtung weiter. Beginnend im tiefen Bass im geheimnisvollen Pianissimo, als ein undefinierbarer Klang entwickelt sich eine großangelegte klangliche und harmonische Steigerung, die plötzlich abreißt. Mit rhythmischen Zweier- und Dreierkombinationen wird ein zusätzliches neues Element hinzugefügt, das auch im zweiten Anlauf in einer großen Kulmination endet.
Der zweite Abschnitt beginnt korrespondierend zum ersten ebenfalls mit einem Walzer (Nr. 25). Dieser ist allerdings viel gesanglicher und in sich als Dialog aufgebaut. Doch besonders in der Wiederholung sind auch elegische Töne zu hören, die sich im weiteren Verlauf zum Ende hin auflösen.
Eine durchgehende Linie kennzeichnet auch das zweite Stück des zweiten Abschnitts mit dem Titel "Meditation" (Nr. 28), allerdings in einer viel komplexeren Harmonik und in einem sehr langsamen Duktus. Statt heiterer, unbeschwerter Stimmung ist das ganze Stück viel schwermütiger, aber auch tiefsinniger und kontemplativer. Die durchgehende Linie ist chromatisch schreitend und der Klang soll den Nachklang hörbar machen, um schließlich in diese ständige langsame Bewegung aufgehen zu können.
Im neunten Stück, "Erinnerung" (Nr. 30), wird das Ende des "Gedanken" weitergeführt als eine Erinnerung, die immer wieder abbricht, aber doch heiter präsent ist.
Das Stück "Zwiegespräch" (Nr. 32) ist kein kindlich solistisches Spiel wie in Nr. 15, sondern ist als ein Dialog konzipiert. Auf eine gestische Frage folgt eine bezugnehmende Antwort. Trotzdem bleibt es ein heiteres Spiel quer über die Tasten.
Die "Ballade" (Nr. 36) ist einfach ein Lied ohne Worte, vielleicht ein Liebeslied, ein Versuch auch dem Klavier diese wunderbare Sanglichkeit zu geben.
Im letzten Stück "Satz von Liebe" (Nr. 40) steht nicht die gleichmäßige Motorik als Klangwirkung im Vordergrund, sondern das Schwirren von Läufen in Verbindung mit Trillern, das dem Klavier einen Klangrausch entlocken soll, eine Sinnlichkeit und Intensität, die auch jede Form der Liebe entfacht.

Franz Vorraber

Künstler

F

ranz Vorraber wurde in Graz (Österreich) geboren. Die Wiener Schule und die deutsche Schule, die er bei Joachim Volkmann, einem Schüler Wilhelm Kempffs kennenlernte, prägten sein Studium, das er mit dem Solistendiplom und einstimmiger Auszeichnung abschloss. Für seine pianistischen Leistungen erhielt er den Bösendorfer-Preis Wien, den Preis des österreichischen Bundesministeriums, den Hans Joachim Erhard Preis. Franz Vorraber erhielt Einladungen als Solist zum Klavierfestival Ruhr, dem Schleswig Holstein Musikfestival, dem Rheingau Festival, dem Wiener Musiksommer, den Klosterfestspielen Maulbronn, dem Choriner Musiksommer, den Europäischen Wochen Passau, dem Mozartfest Würzburg u. a. Er konzertierte in fast allen europäischen Ländern und in den USA und gab Klavierabende in den wichtigsten Städten Japans, und arbeitete mit vielen bedeutenden Dirigenten. Franz Vorraber spielte das Gesamtwerk von Robert Schumann in insgesamt zwölf Konzerten mehrfach in Europa. Seine Gesamtaufnahme des Schumann'schen Klavierwerkes auf 13 CDs bei Thorofon sorgte weltweit für Aufsehen. Den Preis der japanischen Schallplattenkritik erhielt er für seine Solo Aufnahme "Wiener Abend", sowie den Supersonic Award für die Einspielung des Fuchs Klavierkonzertes mit dem Orchestre philharmonique du Luxembourg. Neben seiner pianistischen Tätigkeit widmet sich Franz Vorraber in letzter Zeit auch der Komposition. Zahlreiche Werke wurden bereits aufgeführt und auf CD veröffentlicht.

P

eter Härtling, 1933 in Chemnitz geboren, kam 1946 nach Aufenthalten in Sachsen, Mähren und Österreich ins schwäbische Nürtingen. Nach seiner Schulzeit begann er 1952 seine journalistische Tätigkeit: erst bei schwäbischen Provinzzeitungen, danach 1955-1962 als literarischer Redakteur bei der Deutschen Zeitung in Stuttgart und Köln. Von 1962 bis1970 war er Mitherausgeber der in Berlin erscheinenden Zeitung "Der Monat". Von 1967 bis 1968 war Peter Härtling Cheflektor des S. Fischer Verlags und danach bis 1973 Geschäftsführer. Seit 1974 ist er als freier Schriftsteller tätig. Unter seinen seit 1953 veröffentlichten Gedichten, Aufsätzen, Romanen und Erzählungen, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden, sind viele Werke, die eine Auszeichnung erhielten. Sein literarisches Werk wurde 2003 mit dem deutschen Bücherpreis und 2007 mit dem Corine Ehrenpreis ausgezeichnet. Besonders bekannt ist Härtling für seine Romanbiographien großer Dichter und Musiker wie Friedrich Hölderlin, Franz Schubert, Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart und Fanny Hensel. In den Jahren 2000 und 2001 war er Präsident der Hölderlin Gesellschaft.

Reihe & Edition

A

uthentic Classical Concerts zu veröffentlichen, heisst für uns, herausragende Aufführungen und Konzerte für die Nachwelt festzuhalten und zu vermitteln. Denn Künstler, Publikum, Werk und Raum treten in einen intimen Dialog, der in Form und Ausdruck - in seiner Atmosphäre - einmalig und unwiederbringlich ist. Diese Symbiose, die Spannung der Aufführung dem Hörer in all ihren Facetten möglichst intensiv erlebbar zu machen, indem wir die Konzerte direkt in Stereo-Digital-HD aufzeichnen, sehen wir als Ziel, als Philosophie unseres Hauses. Das Ergebnis sind einzigartige Interpretationen von musikalischen und literarischen Werken, schlichtweg - audiophile Momentaufnahmen von bleibendem Wert. Blühende Kultur, dem Publikum vor Ort und nicht zuletzt auch Ihnen zur Freude, sind somit jene Werte, welche wir in unseren Editionen und Reihen dokumentieren.

Der große Konzertflügel ist unbestritten der König unter den Instrumenten. Wir könnten jetzt auf seine unvergleichliche Dynamik, den zartesten Klang im leisen Moll bis hin zum mächtigen Anschlag im Fortissimo eingehen oder von seiner beeindruckenden Größe und Eleganz schwärmen. Doch wirklich faszinierend ist die Individualität, denn jedes Instrument ist ein Unikat - von Meisterhand geschaffen. Es hat ein Eigenleben, auf das sich der Virtuose einlässt und so das Werk des Komponisten zum Leben erweckt. In unserer Reihe Grand Piano Masters gehen wir auf den Charakter, auf die Seele des großen Konzertflügels ein und erleben während der Aufführung den Dialog zwischen Instrument, Virtuose und Raum.

Andreas Otto Grimminger & Josef-Stefan Kindler, K&K Verlagsanstalt

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