Trio Fontenay

Trio Fontenay
Klaviertrio

Trio Fontenay · Klaviertrios von Turina & BeethovenTrio Fontenay · Klaviertrios von Turina & Beethoven
Klaviertrios von Turina & Beethoven
Das Trio Fontenay spielt
Joaquin Turina: Klaviertrio Nr. 1 in D-Dur, Op. 35
Ludwig van Beethoven: Klaviertrio in Es-Dur, Op. 70, Nr. 2
Michael Mücke (Violine)
Jens Peter Maintz (Violoncello)
Wolf Harden (Klavier)
Ein Konzertmitschnitt aus dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn
DDD · ca. 65 Minuten
CD
EUR 22,00SpotifyDeezerGoogle PlayApple MusicAmazon.de MusikTidaliTunes Review

Die 'Göttersöhne' brillierten mit edler Klangpracht

"Dem Trio Fontenay eile der Ruf voraus, 'Lust auf ein ungewöhnliches Repertoire' zu haben", war im Programmheft des Klosterkonzerts Maulbronn zu lesen, das im etwas dünn besetzten Laienrefektorium zu hören war. Die Programmzusammenstellung mit Kompositionen von Joaquin Turina, Frederic Chopin und Ludwig van Beethoven bestätigte diese Aussage. Damit durchmaß das Ensemble aus Hamburg einen Zeitraum von exakt 118 Jahren Musikgeschichte, bewegte es sich rückwärts vom sehr späten französisch/spanischen Impressionismus über polnische Frühromantik bis hin zur hohen Zeit der Wiener Klassik Beethoven'scher Prägung.
Der hier zu Lande eher weniger bekannte spanische Komponist Joaquin Turina lebte von 1882 bis 1949 und gilt neben Manuel de Falla zu den hervorragendsten Vertretern der jüngeren spanischen Schule, die ihre Inspirationen vom französischen Impressionismus ebenso empfing wie von der Folklore Andalusiens. Im Jahr 1926 schrieb Turina sein Klaviertrio Nummer eins, Opus 35, mit dem das Trio Fontenay in der heutigen Besetzung Michael Mücke (Violine), Jens Peter Maintz (Violoncello) und Wolf Harden (Klavier) seinen Auftritt im Rahmen der Klosterkonzerte Maulbronn 2002 einleitete. Unüberhörbar waren die erwähnten Einflüsse und Quellen, die der Komponist für dieses Werk nutzte. Die vielfach preisgekrönten Hamburger Musiker interpretierten das dreisätzige Trio mit Sensibilität und loteten den melodischen Glanz der Komposition vollendet aus.
Mit ähnlichem Empfindungsreichtum gestaltete das Trio Fontenay auch das Trio g-moll, Opus acht, das Frederic Chopin als knapp 20-jähriger Student an der Hochschule für Musik in Warschau in den Jahren 1828 und 1829 schuf. Weniger die reine Virtuosität stand darin im Mittelpunkt als vielmehr die deutlich erkennbare Hinwendung zu den Klangmöglichkeiten, die sich mit der damals vehement durchsetzenden Romantik eröffneten. Vor allem im dritten Satz des Werks, den Chopin mit "Adagio sostenuto" bezeichnete, brach die frühromantische Stimmung anrührend melodienreich hervor. Kraftvoll tänzerische Elemente kennzeichneten die übrigen drei Sätze, insbesondere aber das Scherzo und das Finale. Dem Trio Fontenay gelang hier eine hinreißende Wiedergabe der Komposition mit all ihrem Schwung und ihrem lebhaften Ausdruck. Mit unverwechselbarer Klangpracht und einer enormen Intensität der Interpretation ließen die drei exzellenten Musiker das Werk zu einem bezaubernd schönen Hörerlebnis werden.
Nach einem Konzert in München, in welchem das Trio Fontenay einen Beethoven-Zyklus aufführte, verlieh eine in der Bayernhauptstadt erscheinende bekannte Tageszeitung den Musikern den Ehrentitel "Drei Göttersöhne". Das Trio Es-Dur, Opus 70, Nummer zwei, von Ludwig van Beethoven im Jahr 1808 komponiert, erlebte, im Maulbronner Laienrefektorium mithin eine Aufführung, die als standesgemäß bezeichnet werden darf. Die hervorragende Virtuosität der drei Ensemblemitglieder ließ eine Interpretation entstehen, die in ihrer beschwingten, die vital wechselnden Kontraste in den Stimmungen betonenden und auch die romantischen Empfindungen auskostenden Gestaltung mitriss und begeisterte. Michael Mücke an der Violine und Jens Peter Maintz am Violoncello bestachen mit edler Streicherpracht und Wolf Harden am Klavier beglückte mit seinem federleichten Anschlag, der dem Instrument sphärenmusikähnliche Klangfeinheit entlockte. Im Allegro des vierten Satzes, das vielmehr einem Presto glich, faszinierte das Trio seine Zuhörer noch einmal auf einzigartige Weise. Mit Beethoven scheinen die drei Musiker wahrhaftig eine Seelenverwandtschaft zu pflegen.

Rudolf Wesner, Pforzheimer Zeitung 2002

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