Teil 2: Konzert-Höhepunkte aus dem Kloster Maulbronn 1999

Track

Cover
EUR 19,00
20 Jahre Edition Kloster Maulbronn
Die schönsten Konzert-Höhepunkte
aus dem Kloster Maulbronn 1999

50 Jahre Klosterkonzerte Maulbronn
Jubiläums-Reihe, Teil 2

Höhepunkte aus:
Franz Schubert: Streichquartett Nr. 14 "Der Tod und das Mädchen" (3. Juli 1999)
Franz Danzi: Bläserquintett in G-Moll, Op. 56, Nr. 2 (4. September 1999)
Georg Friedrich Händel (1685-1759): Samson, HWV 57 (25. & 26. September 1999)
Der Chor-Publikation: "Die Tradition der Stundengebete" (Oktober 1999)
Konzertmitschnitte aus dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn
HD-Aufnahme · DDD · Spielzeit: ca. 100 Minuten
Digitales Album (hier: MP3/320kBit/sec.) · 23 Tracks · incl. Booklet

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von Franz Schubert, gespielt vom Amati Quartett
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von Franz Schubert, gespielt vom Amati Quartett
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von Franz Schubert, gespielt vom Amati Quartett
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von Franz Schubert, gespielt vom Amati Quartett
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von Franz Danzi, gespielt von der Kammervereinigung Berlin
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von Franz Danzi, gespielt von der Kammervereinigung Berlin
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von Franz Danzi, gespielt von der Kammervereinigung Berlin
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von Franz Danzi, gespielt von der Kammervereinigung Berlin
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von Georg Friedrich Händel
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von Georg Friedrich Händel
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von Georg Friedrich Händel
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von Georg Friedrich Händel
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von Georg Friedrich Händel
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von anonymous, gesungen vom Maulbronner Kammerchor
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von Felix Mendelssohn Bartholdy, gesungen vom Maulbronner Kammerchor
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von Josef Gabriel Rheinberger, gesungen vom Maulbronner Kammerchor
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Werk(e) & Aufführung
Edition Kloster Maulbronn - Eine Reihe von Josef-Stefan Kindler & Andreas Otto Grimminger, K&K Verlagsanstalt

S

eit nunmehr 20 Jahren dokumentieren wir die Konzerte im UNESCO Weltkulturerbe Kloster Maulbronn. Die seit 50 Jahren bestehende Konzertreihe bietet in vielfacher Hinsicht die idealen Voraussetzungen für unser Bestreben. Es ist wohl vor allem die Atmosphäre in den von romantischem Kerzenlicht erhellten Gewölben, der Zauber des Klosters in seiner unverfälschten sakralen Ausstrahlung und Ruhe, die in ihrer Wirkung auf Künstler und Publikum die Konzerte in unserer Edition Kloster Maulbronn prägen.
Neben vielen wundervollen Mitschnitten, die wir mittlerweile veröffentlicht haben, sind die Aufführungen der Oratorien von Georg Friedrich Händel eine Kostbarkeit innerhalb der Edition. Die größten Werke eines Komponisten als Aufführung, im gleichen Raum, mit der Handschrift eines Dirigenten und einer weitgehend identischen Besetzung von Chor, Solisten und Orchester produziert zu haben, dieser Rückblick lässt sich, angesichts der damit verbundenen Herausforderungen, für mich derzeit noch nicht in Worte fassen, zumal ein Ende der Reihe nicht absehbar ist. Mögen uns noch viele Aufzeichnungen gelingen.
Worin liegt jedoch die Fazination der Oratorien? "Alte Musik" geht oft mit falschen Klischees einher. Spannung, Kraft, Dramatik und Virtuosität sind nicht eben jene Begrifflichkeiten, die als Synonym für Werke des Genres gelten. Doch sind es gerade diese Faktoren, die uns bewogen haben die Oratorien für die Nachwelt festzuhalten, authentisch - als Konzert.
Georg Friedrich Händel wusste das Publikum in seinen Bann zu ziehen, es erschauern zu lassen - damals wie heute. Selbst Haydn erging es nicht anders. Lassen Sie mich auf eine Anekdote eingehen: Der Niedergang Jerichos im II. Akt des Oratoriums "Joshua" hat Händel zu einem seiner herrlichsten "Donnerchöre" veranlasst. Bei einer großen Aufführung 1791 in der Westminster Abbey war Haydn sehr beeindruckt. Es heisst, die Musik war ihm zwar vertraut, er sei sich jedoch ihrer Wirkkraft nur halb bewusst gewesen, ehe er sie zu hören bekam. Jedenfalls war Haydn überzeugt, dass nur ein Genie wie Händel jemals eine so überragende Komposition verfasst haben und in aller Zukunft verfassen könne...
Damals hatten die Menschen noch Zeit, waren keiner Reizüberflutung durch Medien und Internet ausgesetzt - und dennoch tat sich auch Haydn schwer, die wahre Größe und Kraft eines Oratoriums rechtens einzuschätzen. Diese Kraft, diese Dramatik ist die Idee, das Konzept unserer Retrospektive. Einen Querschnitt schaffen, eine Zwischenbilanz erstellen, um Ihnen damit die Welt der Oratorien Händels und der klassischen Musik näherzubringen.

Josef-Stefan Kindler, K&K Verlagsanstalt, Anno 2018

"Die verlegerische Leistung
von Josef-Stefan Kindler und Andreas Otto Grimminger
von der K&K Verlagsanstalt
ist mit ihrer Edition Kloster Maulbronn
kaum hoch genug zu würdigen..."

DIE RHEINPFALZ, Juni 2016

"Die CD-Edition beginnt mit einem Paukenschlag:
Die auch klangtechnisch hervorragend gelungene Einspielung
dokumentiert den hohen Rang der Maulbronner Klosterkonzerte
und liefert in der "Jephtha"-Diskografie
eine interessante und hörenswerte Variante..."

DIE RHEINPFALZ, 1998

H

ändel war nie in Maulbronn - und mit der mittelalterlichen Klosterwelt hat sein Schaffen im Grunde nichts zu tun. Doch seit gut zehn Jahren ist der Ort im Württembergischen, mit der einzig komplett erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlage nördlich der Alpen, eine wichtige Pflegestätte der Händel'schen Oratorien. Dank der CD-Mitschnitte können Händel-Freunde aus aller Welt an den Händel-Konzerten aus dem Kloster Maulbronn, das seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, teilhaben. Mittlerweile liegen Einspielungen von neun Oratorien vor.
Dirigiert werden sie von Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday, der seit 1978 Lehrer für Musik am Evangelischen Seminar Maulbronn ist und auch für die Kirchenmusik an der Klosterkirche verantwortlich zeichnet. Seit dieser Zeit ist Budday im "Nebenamt" der künstlerische Leiter der 1968 ins Leben gerufenen Maulbronner Klosterkonzerte, in deren Rahmen die Händel-Konzerte stattfinden. Zumeist zu deren Abschluss im Herbst. Getragen werden die Konzerte vom Maulbronner Kammerchor, der 1983 gegründet wurde und in dem ausgebildete Sänger aus ganz Deutschland mitwirken. Den Kern bilden dabei Absolventen des Seminars Maulbronn. Mit dem aus Anlass einer Konzertreise in die USA gegründeten Maulbronner Kammerchor gastierte Jürgen Budday in ganz Europa, in den USA, Israel, in Südafrika und Namibia sowie bereits zweimal in Argentinien.
Mitgeschnitten und veröffentlicht werden die CDs mit den Maulbronner Händel-Aufführungen von der K&K Verlagsanstalt aus dem pfälzischen Landau, die in ihrer Edition Kloster Maulbronn auch andere Höhepunkte der Maulbronner Klosterkonzerte aufzeichnet und als CD veröffentlicht. Verleger Josef-Stefan Kindler war sofort von der Aura des Ortes in den Bann gezogen und so sehr vom Potential der künstlerischen Arbeit in Maulbronn überzeugt, dass er das Konzept der Edition Kloster Maulbronn entwickelte. Es war von Beginn an klar, dass die Mitschnitte der Konzerte in der Edition hohen künstlerischen Ansprüchen zu genügen hatten, da sie weit mehr sein sollten als bloße Dokumentation und Souvenirs. Vor allem die Händel-Aufführungen.
Wichtig war Jürgen Budday die historische Aufführungspraxis. Die Händel-Pflege soll in Maulbronn in einem konzeptionellen Zusammenhang stehen um so einen inhaltlich geschlossenen Zyklus aufzubauen. Daher standen und stehen die Maulbronner Aufführungen im Kontext von Reihen wie "Biblische Helden in Händels Oratorien", "Biblische Könige" oder "Biblische Feldherren". Mit "Jephtha" begann 1998 die Reihe der für die Edition mitgeschnittenen Aufführungen. 1999 erklang der "Samson". Nach einem Jahr Unterbrechung war 2001 "Judas Maccabäus" an der Reihe, 2002 der "Saul". 2003 folgte "Solomon", 2004 "Belshazzar". Die Jahre 2005 und 2006 standen im Zeichen des "Messiah", erst im Original, dann zum Mozart-Jahr in der Mozart-Fassung. 2007 war folgte "Joshua".
Alle Maulbronner Einspielungen werden von Tonmeister Andreas Grimminger von der K&K Verlagsanstalt betreut und klangtechnisch ganz vorzüglich realisiert. Er legt vor allem Wert darauf, so viel wie möglich von der ganz besonderen Aura der Konzerte zu vermitteln, was ausgezeichnet gelingt. Es ist in der Tat eine besonders dichte Stimmung bei den Händel-Konzerten in der altehrwürdigen Klosterkirche - und wiewohl Händels Oratorien fast alle für Aufführungen in säkularen Räumen komponiert wurden, finden sie in der Maulbronner Kirche einen sehr passenden Ort. Es ist kein Zufall, dass unter anderem deshalb auch die prominenten Solisten die Konzerte in Maulbronn sehr schätzen. Der Countertenor Michael Chance, der an mehreren Konzerten mitwirkte, hat gegenüber Jürgen Budday betont, dass der Auftritt in Maulbronn für ihn "a real highlight" in seinem Jahresprogramm, das Konzerte und Opernaufführungen an den ersten Häusern umfasst, sei.
Gleich zu Anfang der Reihe war mit Emma Kirkby ein "Weltstar" der Alten-Musik-Szene in Maulbronn aufgetreten. Neben Michael Chance kamen und kommen international gefragte Gesangssolisten wie Nancy Argenta, Stephen Varcoe, Markus Schäfer oder Marlies Petersen (kurz nach ihrem Festspielauftritt in Salzburg) nach Maulbronn. Aber auch junge Sängerinnen und Sänger mit Zukunft gestalten die Solopartien in den Oratorien Händels. So sang die Emma-Kirkby-Schülerin Miriam Allan in "Joshua" - und das nicht nur in der berühmten Arie "Oh! had I Jubal's lyre" - auf absolutem Weltklasseniveau.
Auch von dem jungen Countertenor David Allsopp, der in "Joshua" sang, wird man gewiss noch hören. Den Orchesterpart übernimmt seit einigen Jahren die Hannoversche Hofkapelle, ein hochkarätig besetztes Originalklang-Ensemble, das auch gerne nach Maulbronn kommt und mit dem die Zusammenarbeit nach den Worten von Jürgen Budday sehr produktiv ist.
Bieten die Händel-CDs bei den bekannten Werken eine spannende Alternative zu den Konkurrenzaufnahmen, gegenüber denen sie sich gut zu behaupten wissen, so haben sie etwa im Fall des "Joshua" nicht geringen Repertoirewert. Denn auch der Aufnahme unter Robert King mit seinem "King's Consort" gab es bis dato keine weitere anspruchsvolle Aufnahme des Werks entgegenzusetzen. Auch in der Mozartfassung des "Messias" auf Originalinstrumenten wird die Diskografie durch den Maulbronner Konzertmitschnitt wesentlich bereichert.
Außer dem erwähnten Robert King und Peter Neumann mit seinem Kölner Kammerchor hat kein Dirigent und hat kein Chor so konsequent und so viele Händel-Oratorien aufgenommen wie Jürgen Budday mit seinem Maulbronner Kammerchor.

Dr. Karl Georg Berg 2008,
Hausmitteilungen der Händelgesellschaft zu Halle e.V.

Schubert: Der Tod und das Mädchen

Das Streichquartett Nr. 14 in D-Moll, D. 810 "Der Tod und das Mädchen" von Franz Schubert (1797-1828)

"Der Tod und das Mädchen" von Franz Schubert präsentiert sich uns in dramatisch leidenschaftlicher Erregung gepaart mit beängstigender abgeklärter Weisheit. Es entstand in der Spätepoche (1826-28) seines Schaffens, zu der u.a. der Liederzyklus "Winterreise" zu zählen ist. Schuberts kongenialer Totentanz auf das Claudius-Gedicht, dem Tröstung und Zuversicht nur in wenigen lichten Momenten in einer Dur-Variation und im Trio wiederfährt, ist jedoch nicht programmatisch zu begreifen, wenngleich dem Zuhörer tiefe Einblicke in den Gemütszustand des späten Schubert gewährt werden.

Franz Danzi: Bläserquintett in G-Moll, Op. 56, Nr. 2

Das Bläserquintett in G-Moll, Op. 56, Nr. 2 von Franz Danzi (1770-1827)

Franz Danzi, ein Zeitgenosse Beethovens, ist der Sohn des italienischen Cellisten Innocenzo Danzi, einem Mitglied der berühmten Mannheimer Kapelle unter Johann Stamitz. Bereits im Alter von 15 Jahren trat Franz Danzi ebenfalls als Cellist diesem Orchester bei. 1798, nachdem er einige Jahre mit seiner Frau, der Sängerin Margarethe Marchand, das europäische Ausland bereist hatte, wurde Danzi als Vizekapellmeister nach München berufen, wo er u.a. seine Oper "Iphigenie in Aulis" uraufführte. Von 1807 bis 1812 wirkte Franz Danzi als Hofkapellmeister und Lehrer des Königlichen Kunstinstituts in Stuttgart, bevor er 1812 einem Ruf nach Karlsruhe folgte, wo kurz zuvor ein neues Hoftheater im klassizistischen Stil erbaut worden war. Hier hörte man unter seiner Leitung u.a. Webers "Freischütz" sowie Werke von Mozart, Beethoven und Cherubini. Das vorliegende Quintett entstand während Danzis Karlsruher Zeit und ist wie die beiden anderen Werke des Op.56 seinem in Paris lebenden Komponistenkollegen Anton Reicha gewidmet. Wie bei all seinen Bläserquintetten hält sich Danzi auch hier strikt an die viersätzige Satzfolge. Besondere Beachtung findet dabei das Menuett, das bei auffallend raschem Zeitmass auch die letzte Bindung an den höfischen Tanzsatz abgestreift hat und mit seinem Trio zeitüblichen Volksmusik-Intonationen Raum gibt.

Händel: Samson

Samson von Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Unmittelbar nach dem Messias, welcher in den 24 Tagen vom 22. August bis zum 14. September 1741 entstand, ging Händel an die Komposition des Samson. Am 29. Oktober 1741 beendete er den letzten Akt, so dass die beiden grössten Oratorien, Messias und Samson, zusammen in zehn aufeinanderfolgenden Wochen entstanden. Die dramaturgische Grundlage zu Samson stammt aus dem biblischen Buch der Richter. John Milton, Englands bedeutendster Barockdichter, hatte sein Epos „Samson Agonistes“ frei nach der Heiligen Schrift gestaltet und Newburgh Hamilton bearbeitete es für Händels Oratorium. Es schildert den Verrat, die Reue und den Sieg des israelitischen Heerführers Samson, dessen in seinen Haaren wurzelnde übermenschliche Kraft legendär war. Das Werk setzt ein Jahr nach der Gefangennahme und Blendung Samsons ein, die Priester des heidnischen Gottes Dagon feiern den Tag ihres größten Sieges. In Samsons letztem Kampf wehrt er sich mit seinem Freund Micah und seinem Vater Manoah gegen die Versuchungen der Verführerin Dalila und des Riesen Harapha, die Angehörige der Priester und dem Gott Dagon sind. Mit der Rückkehr seiner alten Stärke reißt er den Dagontempel ein und begräbt sich und seine Feinde unter den Trümmern. Kommt, kommt und stillet Eure Klagen nun - da unser Held, Samson, als Samson fiel. Im Tod und Leben Sieger, Unserem Feind schuf er Verderb, sich selber ewigen Ruhm... Diese Konzertaufnahme ist Teil eines Zyklus von Oratorien und Messen, die Jürgen Budday im Rahmen der Klosterkonzerte Maulbronn über mehrere Jahre hinweg aufführt. Die Reihe verbindet Musik in historischer Aufführungspraxis mit dem akustisch und atmosphärisch optimal geeigneten Raum der einzigartigen Klosterkirche des Weltkulturerbes Kloster Maulbronn. Dieser Idealort verlangt geradezu nach der Durchsichtigkeit des Musizierens und der interpretatorischen Freilegung der rhetorischen Gestik der Komposition, wie sie durch die historische Aufführungspraxis in besonderer Weise gewährleistet ist. So wird ausschließlich mit rekonstruierten historischen Instrumenten musiziert, die in den zu Lebzeiten der Komponisten üblichen Tonhöhen gestimmt sind (in dieser Aufführung a' = 415 Hz).

Die Tradition der Stundengebete

Die Tradition der Stundengebete

Die Tradition der Stundengebete (insbesondere Complet) wird am Evang. Seminar, dem Träger der Klosterkonzerte und des Maulbronner Kammerchors, auch heute noch zu bestimmten Anlässen gepflegt. So lag es nahe, die liturgische Form der Stundengebete auf ein musikalisch geistliches Programm zu übertragen. Natürlich ist es nicht möglich, die kompletten Texte der Stundengebete als Chorkompositionen darzubieten. So beruht das Konzept des Programms darauf, aus jedem Stundengebet wesentliche Bestandteile der Liturgie durch textgleiche oder paraphrasierende Chorkompositionen zu übernehmen. Jedes Stundengebet beinhaltet einen tageszeitlichen Text, ein Psalmgebet und ein Canticum (neutestamentarischer Lobgesang). So ist im Morgengebet als Canticum das "Benedictus des Zacharias" oder das "Te Deum" vorgesehen, die Vesper beinhaltet als Canticum das "Magnificat" (Lobgesang der Maria) und in der Complet findet sich als Canticum der "Lobgesang des Simeon" (Nunc dimittis). Eine besondere Spannung beinhaltet das Programm dadurch, dass Kompositionen des 19. Jahrhunderts stilistisch konträren Kompositionen des 20. Jahrhunderts und einstimmigen altkirchlichen Gesängen gegenüber gestellt werden.

Reihe & Edition

A

uthentic Classical Concerts zu veröffentlichen, heisst für uns, herausragende Aufführungen und Konzerte für die Nachwelt festzuhalten und zu vermitteln. Denn Künstler, Publikum, Werk und Raum treten in einen intimen Dialog, der in Form und Ausdruck - in seiner Atmosphäre - einmalig und unwiederbringlich ist. Diese Symbiose, die Spannung der Aufführung dem Hörer in all ihren Facetten möglichst intensiv erlebbar zu machen, indem wir die Konzerte direkt in Stereo-Digital-HD aufzeichnen, sehen wir als Ziel, als Philosophie unseres Hauses. Das Ergebnis sind einzigartige Interpretationen von musikalischen und literarischen Werken, schlichtweg - audiophile Momentaufnahmen von bleibendem Wert. Blühende Kultur, dem Publikum vor Ort und nicht zuletzt auch Ihnen zur Freude, sind somit jene Werte, welche wir in unseren Editionen und Reihen dokumentieren.

Die Konzerte im UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn, bieten in vielfacher Hinsicht die idealen Voraussetzungen für unser Bestreben. Es ist wohl vor allem die Atmosphäre in den von romantischem Kerzenlicht erhellten Gewölben, der Zauber des Klosters in seiner unverfälschten sakralen Ausstrahlung und Ruhe, die in ihrer Wirkung auf Künstler und Publikum diese Konzerte prägen. Renommierte Solisten und Ensembles der großen internationalen Bühnen sind gerne und vor allem immer wieder hier zu Gast - genießen es in der akustisch und architektonisch vollendeten Schönheit des Weltkulturerbes in exquisiten Aufführungen weltliche und sakrale Werke darzubieten, die wir in unserer Edition Kloster Maulbronn dokumentieren.

Andreas Otto Grimminger & Josef-Stefan Kindler, K&K Verlagsanstalt

Werke, Sätze & Titelliste

Franz Schubert (1797-1828):

Streichquartett Nr. 14 in D-Moll, D. 810

"Der Tod und das Mädchen"

gespielt vom Amati Quartet:
Willi Zimmermann & Katarzyna Nawrotek (Violine)
Nicolas Corti (Bratsche) · Claudius Herrmann (Cello)
am 3. Juli 1999

1. I. Allegro [11:50] · 2. II. Andante con moto [10:33]
3. III. Scherzo: Allegro molto [3:39] · 4. IV. Presto [8:43]


Franz Danzi (1770-1827):

Bläserquintett in G-Moll, Op. 56, Nr. 2

gespielt von der Kammervereinigung Berlin:
Iris Jess (Flöte) · Gudrun Reschke (Oboe) · Alexander Roske (Klarinette)
Bodo Werner (Horn) · Mathias Baier (Fagott)
am 4. September 1999

5. I. Allegretto [3:46] · 6. II. Andante [4:31]
7. III. Menuetto allegretto [2:39] · 8. IV. Allegretto [2:37]


Georg Friedrich Händel (1685-1759):

Samson

Das englische Oratorium HWV 57,
aufgeführt in historischer Aufführungspraxis
vom Maulbronner Kammerchor
und dem Barockorchester der Klosterkonzerte
unter der Leitung von Jürgen Budday
am 25. & 26. September 1999
Libretto: Newburgh Hamilton

9. Overture [4:21]

10. Akt 1: This day, a solemn feast to Dagon held [0:35]
Rezitativ des Samson
Solist: Mark Le Brocq (Tenor)

11. Akt 1: Awake the trumpet's lofty sound [1:53]
Chor (Priester und Anbeter von Dagon)

12. Akt 1: Then long eternity shall greet your bliss
Joys that are pure, sincerely good
[6:04]
Arie des Micah
Solist: Michael Chance (Countertenor)

13. Akt 2: Return, O God of Hosts [13:36]
Arie des Micah mit dem Chor der Israeliten
Solist: Michael Chance (Countertenor)

14. Akt 2: With plaintive notes and am'rous moan [4:32]
Arie der Dalila
Solistin: Sinéad Pratschke (Sopran)

15. Akt 3: With thunder armed, great God, arise [2:59]
Chor der Israeliten

16. Akt 3: Proceed we hence to find his body [0:40]
Rezitativ des Manoah
Solist: Raimund Nolte (Bass-Bariton)

17. Akt 3: A Dead March [3:20]
für Orchester

18. Akt 3: The body comes [0:51]
Rezitativ des Micah
Solist: Michael Chance (Countertenor)
There shall all Israel's valian youth resort
Rezitativ des Manoah
Solist: Raimund Nolte (Bass-Bariton)

19. Akt 3: Let the bright Seraphim in burning row [2:58]
Arie der Israelistin
Solistin: Sinéad Pratschke (Sopran)

20. Akt 3: Let their celestial concerts all unite [2:54]
Chor der Israeliten


Chormusik a-cappella:

Die Tradition der Stundengebete

mit dem Maulbronner Kammerchor
unter der Leitung von Jürgen Budday
im Oktober 1999

21. Laudate omnes gentes [3:28]
Anonym

22. Verleih' uns Frieden gnädiglich, WoO 5, MWV A 11 [1:41]
von Felix Mendelssohn (1809-1847)

23. Bleib bei uns, denn es will Abend werden [3:31]
Abendlied (Nr. 3) aus 'Geistliche Gesänge', Op. 69
von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)



Tonmeister: Andreas Otto Grimminger

Mastering: Andreas Otto Grimminger & Josef-Stefan Kindler

Photography: Josef-Stefan Kindler

Artwork & Coverdesign: Josef-Stefan Kindler

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